Zurück zur Startseite
c/o Hans-Werner Last, 03.03.2010

Hans-Werner Last                                                    

Ortsvorsitzender Regionaler Ortsverein  Eider Westensee KV Rendsburg-Eckernförde     

 

 

Fraktion DIE LINKE im Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin                                                

 


                                                O F F E N E R    B R I E F

 

Am 26.02.2010 haben die Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Bundestag der Opfer von Kundus gedacht. Warum, so frage ich mich, wurden weder die gefallenen deutschen Soldaten, noch die sich im Einsatz befindlichen Soldaten in dieses Gedenken mit einbezogen?

Die in Afghanistan und damit auch in Kundus ihren Dienst verrichtenden Soldaten sind ebenfalls Opfer, Opfer auch wenn sie nicht in Särgen nach Deutschland zurück gebracht werden.

Opfer einer Volksvertretung (Deutscher Bundestag), die diesen Einsatz erst ermöglicht hat.

Wenn wir als Partei DIE LINKE für eine andere Politik einstehen, dann gehört das Gedenken an unsere Soldaten an die gleiche Stelle, zur gleichen Zeit. 


Bereits im Jahre 2008 habe ich ,unterstützt von derPartei DIE LINKE im Kreis Rendsburg-Eckernförde, Position  bezogen in der Diskussion zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und mich für den Abzug unserer Soldaten ausgesprochen.

 

Haben wir als DIE LINKE die vielen Särge der in Afghanistan gefallenen Deutschen Soldaten vergessen? Wollen wir nur noch der getöteten afghanischen Zivilisten gedenken? Haben wir die vielen Mütter, Ehepartner, Lebenspartner, Kinder und Freunde der Soldaten in Deutschland vergessen?

Wollen wir in die Geschichte als Friedenspartei eingehen, dann müssen wir öffentlich aller Opfer Gedenken!                                               


Wir als Partei DIE LINKE sagen: N E I N zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan!

 

Wir sagen: Bundeswehr raus aus Afghanistan!

 

Wir fragen, wie viele tote Soldaten kommen aus Afghanistan zurück, ohne dass die Bevölkerung etwas davon erfährt.

 

Wir wissen, dass die Mehrheit der jungen Soldaten, die nach Afghanistan gehen, nicht wissen warum! Aber sie wissen, wie hoch der Auslandszuschlag ist, das können Sie sofort sagen.

 

Wir wissen, dass die Mehrheit der Vorgesetzten in der Bundeswehr  nicht weiß, warum die Bundeswehr in Afghanistan ist.

 

Wir wissen, das es Dienststellen in der Bundeswehr gibt, die seit dem Einsatz der Bundeswehr im Ausland, gerade einmal 60 Minuten staatsbürgerlichen Unterricht über dieses Thema angesetzt hatten.

 

Wir wissen, wen diese Armee als Nachwuchs holt und dass eine 3-wöchige Ausbildung für den Auslandseinsatz nicht in der Lage ist, die ethischen Dimensionen dieser Einsätze in die Köpfe der Soldaten hineinzubringen.

 

Wir DIE LINKE beziehen klar und eindeutig Position für die Opfer auf beiden Seiten des Krieges.

 

Unsere Regierung behauptet, Demokratie nach Afghanistan gebracht zu haben:

 

Wir sagen, dass die afghanische Regierung weder demokratisch gewählt ist, noch von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wird.

 

Unsere Regierung behauptet, dass mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan neue Chancen für Frauen entstanden sind.

 

Wir sagen, dass alle 28 Minuten in Afghanistan eine Frau bei der Geburt ihres Kindes stirbt. Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei 44 Jahren. Die Lage der Mehrheit der Frauen in Afghanistan hat sich seit dem Sturz der Taliban nicht verbessert.

 

Unsere Regierung behauptet, die Freiheit Deutschland werde am Hindukusch verteidigt.

 

Wir sagen, Pipeline ist das Stichwort und nicht Freiheit. Die Regierung meint die Sicherung der Öl- und Gasvorkommen am Persischen Golf und in der kaspischen Region.

 

Unsere Regierung behauptet, im Zentrum ihrer Aktivitäten stünden Hilfe und Wiederaufbau.

 

Wir sagen, der Einsatz in Afghanistan kostet Deutschland pro Jahr 580 Millionen Euro, wovon ein Viertel in den zivilen Wiederaufbau fließt.            

 

Unsere Regierung behauptet, die afghanische Wirtschaft wachse.

 

Wir sagen, Opium ist das was floriert und nicht die afghanische Wirtschaft.

 

Unsere Regierung behauptet, es gebe keine Alternativen zum Bundeswehreinsatz.

 

Wir sagen, es gibt Alternativen, wenn die Bundeswehr abzieht. Krieg ist keine Lösung, sondern führt zu mehr Gewalt. Frei werdende Gelder aus dem Militärhaushalt müssen für zivile Projekte aufgewendet werden. Frieden kann nicht von außen verordnet werden, sondern muss im Land selber wachsen. Der afghanischen Bevölkerung muss zugestanden werden, einen eigenen demokratischen Prozess zu organisieren. Dieser Prozess kann nicht durch die geschützt werden, die eigene wirtschaftliche Interessen in der Region haben oder meinen, ihr Land am Hindukusch verteidigen zu müssen.

 

Im Namen aller in Afghanistan gefallenen Soldaten und getöteten Zivilisten fordern wir die Bundesregierung auf:

 

Sagen Sie Nein zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, beenden Sie den Einsatz.

 

Holen Sie unsere Soldatinnen und Soldaten heil und gesund nach Haus, beenden Sie das sinnlose Töten von Zivilisten.

 

 

 

 

Hans-Werner Last